Höhlen

Für viele Menschen ist der Begriff „Höhle“ gleichbedeutend mit „Hohlraum unter der Erde“. Doch im Gegensatz zu Bergwerken, Tunneln oder Kellern ist eine Höhle natürlich, ohne menschliches Zutun entstanden. Sie ist mindestens so groß, daß sich ein Mensch darin fortbewegen kann. Das bedeutet nicht, daß eine Höhle immer bequem begehbar sein muß. Oft genug ist eine Fortbewegung nur kriechend möglich.

Höhlen können in allen Festgesteinen und im Eis entstehen. Sind sie zusammen mit dem sie umgebenden Gestein entstanden, spricht man von Primärhöhlen. Dazu zählen Vulkangesteinshöhlen, wie unterirdische Lavatunnel oder Gasblasen.

Die meisten Höhlen entstehen jedoch nach der Gesteinsbildung als Sekundärhöhlen durch Verwitterungsvorgänge wie Erosion oder Auflösung oder durch Bewegungsvorgänge wie Hangabrisse oder Blockverstürze. Die Auflösungshöhlen stellen weltweit den bedeutendsten Höhlentyp dar. Diese Höhlen entwickeln sich in Kalk-, Dolomit-, Gips-und Salzgesteinen. Entlang von Fugen im Gestein, kann das Grundwasser durch Lösung zuerst kleine Röhren bilden, die dann zu Höhlen erweitert werden.

Durch Auflösung entstandene Höhlen werden als Karsthöhlen bezeichnet, wobei die „klassische“ Landschaft des Karstgebirges im Grenzgebiet von Italien zu Slowenien namensgebend war. In solchen Karstgebieten gibt es neben Höhlen oft auch eindrucksvolle Oberflächenformen. Dolinen (trichterartige Bodenvertiefungen), Bachschwinden, große Quellen, scharfkantig herausgewitterte Felsoberflächen, sogenannte Karrenfelder, etc. prägen die Landschaft und geben ihr einen unverwechselbaren Charakter.

Heute ist die Höhlenkunde oder Speläologie eine moderne Disziplin. Wissenschaftler arbeiten mit organisierten Höhlenforschern zusammen, die viele Stunden ehrenamtlich in und mit den Höhlen verbringen. Seriöse Höhlenforschung, der sich auch die Höhlenfreunde Rheinagu Taunus e.V. verschrieben haben, erzielt wichtige wissenschaftliche Ergebnisse und ist gleichzeitig eines der letzten großen Abenteuer. Dabei steht der Höhlenschutz immer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Für reine „fun-sport“- Erlebnisse dürfen Höhlen nicht zur Verfügung stehen!

Die Speläologie führt Forscher unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen: Biologen erforschen die verblüffend interessante, arten- und individuenarme Fauna und Flora der Höhlen. Für die Entstehung der Höhlen und Höhlenablagerungen, die oftmals ein detailliertes Archiv über das Klima der Vorzeit darstellen, interessieren sich Geologen. Paläontologen graben nach Überresten urzeitlicher Tiere und Pflanzen, während Archäologen und Historiker den Spuren menschlicher Besiedlung nachgehen.